Der Grosse Gatsby
Freilichtbühne Bökendorf (2026)
Regie: Stephan Rumphorst
Asssitenz: Carsten Meier, Paulina Koers
mit dem Ensemble der Freilichtbühne Bökendorf
Photos: Björn Leisten
Trailer findet sich hier
Pressestimmen
"Mit einer nahezu ausverkauften Vorstellung hat die Freilichtbühne Bökendorf ihr zweites Stück des Theatersommers 2026 erfolgreich auf die Bühne gebracht (...) und wurde vom Publikum mit lang anhaltendem Applaus belohnt. (...)
Regisseur Stephan Rumphorst bringt den Literaturklassiker nicht als reine Zeitreise auf die Bühne, sondern verbindet die Welt der sogenannten „Roaring Twenties“ mit modernen Gestaltungselementen. Zeitgenössische Musik erklingt in Arrangements, die an die 1920er Jahre erinnern, während Bühnenbild, Licht und Choreografien immer wieder bewusst Brücken in die Gegenwart schlagen. Dadurch erhält die fast hundert Jahre alte Geschichte eine moderne Erzählweise, ohne ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren. Im Mittelpunkt der Handlung steht Jay Gatsby, dargestellt von Joss Spieker-Siebrecht. Gatsby hat sich nach dem Ersten Weltkrieg ein Vermögen aufgebaut und lebt in einer prachtvollen Villa, in der regelmäßig aufwendige Feste stattfinden. Hinter Reichtum und gesellschaftlichem Erfolg verbirgt sich jedoch ein persönliches Ziel: Er möchte seine frühere Liebe Daisy Buchanan zurückgewinnen. Daisy, gespielt von Henriette Becker, hatte sich während Gatsbys Kriegsdienst für eine Ehe mit dem wohlhabenden und angesehenen Tom Buchanan entschieden. In der Inszenierung übernimmt Christoph Besse die Rolle des selbstbewussten und dominanten Tom Buchanan.
Als Erzähler führt Nick Carraway, gespielt von Carsten Meier, das Publikum durch die Handlung. Aus seiner Perspektive entfaltet sich eine Geschichte über Hoffnung, Liebe, gesellschaftlichen Aufstieg und die Grenzen menschlicher Träume. Nick beobachtet die Ereignisse zunächst mit Distanz, wird jedoch zunehmend selbst Teil der Konflikte zwischen den Figuren. Zu den weiteren prägenden Rollen zählt Jordan Baker, dargestellt von Paulina Koers, die als enge Freundin Daisys eine wichtige Verbindung zwischen den Hauptfiguren bildet. Friedrich Ströhmer als George Wilson und Paula Daldrup als Myrtle Wilson ergänzen die Handlung um eine zweite Erzählebene, die die gesellschaftlichen Unterschiede und persönlichen Abhängigkeiten der damaligen Zeit verdeutlicht.
Die Freilichtbühne setzt die Geschichte mit großem Aufwand in Szene. Aufwendig gestaltete Kostüme, ein detailreiches Bühnenbild und eine durchdachte Lichtgestaltung schaffen gemeinsam die Atmosphäre der Goldenen Zwanziger. Unterstützt werden die Szenen durch die Choreografien von Linda Geers sowie die Live-Musik des Palais Tanzorchesters, das den Abend musikalisch begleitet. Tanzszenen und musikalische Einlagen sorgen dabei für abwechslungsreiche Übergänge zwischen den einzelnen Handlungsebenen. (...)
Die Geschichte basiert auf dem 1925 erschienenen Roman von F. Scott Fitzgerald, der bis heute zu den bedeutendsten Werken der amerikanischen Literatur zählt. Angesiedelt zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Weltwirtschaftskrise beschreibt das Werk eine Gesellschaft im Wandel. Wirtschaftlicher Aufschwung, gesellschaftliche Veränderungen und neue Freiheiten stehen im Kontrast zu Orientierungslosigkeit, wachsender Oberflächlichkeit und dem Verlust traditioneller Werte. Diese Gegensätze arbeitet die Bökendorfer Inszenierung deutlich heraus und macht sie für das heutige Publikum nachvollziehbar. Auch schauspielerisch hinterließ die Premiere einen geschlossenen Eindruck. Die Hauptdarsteller verleihen ihren Figuren glaubwürdige Konturen und lassen die unterschiedlichen Beziehungen und Konflikte nachvollziehbar werden. Besonders das Zusammenspiel zwischen Joss Spieker-Siebrecht als Jay Gatsby, Henriette Becker als Daisy Buchanan und Carsten Meier als Nick Carraway trägt die Inszenierung über den gesamten Abend hinweg. Die emotionalen Szenen wechseln sich mit den opulenten Partys ab und sorgen für einen ausgewogenen Spannungsbogen.
Das Publikum honorierte die Premiere mit lang anhaltendem Beifall. Viele Besucher zeigten sich beeindruckt von der Verbindung aus klassischer Literatur, moderner Inszenierung und musikalischer Begleitung. Insbesondere das harmonische Zusammenspiel von Schauspiel, Live-Musik, Tanz, Kostümen und Lichtgestaltung wurde nach der Aufführung vielfach gelobt."
(Höxter news)
(Westfalenblatt)
"Eine Welt aus Pracht und Protz: Die Freilichtbühne Bökendorf reist mit ihrem Erwachsenenstück in die Goldenen Zwanziger und springt über den Großen Teich in die USA. Der große Gatsby lud ein zur Premiere im Hasenholz, in der Schwüle einer Hitzewelle und vor ausverkauften Rängen. (...)
Während vor kurzem noch das Familienstück „Shrek – das Musical“ in die Welt schräger Märchen führte, lud Der große Gatsby ebenfalls in eine Märchenwelt ein – allerdings voller Risse in der Fassade aus Zuckerguss und Reichtum. Der Zuschauer begleitet nicht den Namensgeber des Stückes, sondern lauscht den erzählerischen Gedanken von Nick Carraway, der wie das Publikum selbst neu ist in der Stadt. Zusammen beobachtet man, wie die Geschichte ihren Lauf nimmt.
Die Darsteller brachten erneut eine erstklassige Premiere auf die Bühne, in authentischen Kostümen und manchmal tanzend zu zeitgenössischer Musik. Auch die Requisite verstand es, diese Welt des schönen Scheins fantasievoll dem Zuschauer darzulegen – so dominierte Gatsbys prachtvolles Heim etwa ein lebensgroßer Kronleuchter. Die Kulisse, nie überladen, fing doch stets genau ein, wo man sich gerade befand – ob in einer Hotel-Suite, in einem italienischen Restaurant oder an einer schmutzigen Tankstelle.
War es nun Komödie? Tragödie? Gerade die erste Hälfte, da dominiert der schöne Schein und spielen sich seltsame Szenen ab, wenn die reiche Oberschicht sich, wie man neudeutsch sagen würde, mit ihren „First World Problems“ befasst und sich eigentlich alles nur um Klatsch, Tratsch und die nächste Party dreht, auf der man den Gastgeber gar nicht unbedingt treffen oder überhaupt kennen muss. Doch je mehr der goldene Putz abblättert, je mehr Einblicke in die Vergangenheit geworfen werden, umso mehr kommen auch die echten Gefühle der Figuren empor und spitzt sich die Lage zu, um dramatisch zu enden.
Die Welt wirkt fremd, überzeichnet. Andererseits, so weit es auch zurückliegt, kann man sich dem Eindruck doch nicht erwehren, dass das Gesehene relevanter ist als je zuvor. Auch in der heutigen Welt findet sich so manche goldene Fassade."
(OWZ)

















































